„Die Corona-Pandemie hat zum größten Konjunktureinbruch seit mehr als
70 Jahren geführt“, betonte BAP-Präsident Sebastian Lazay bei der Premiere der neuen digitalen Veranstaltungsreihe „ARBEIT & PERSONAL“ kompakt des BAP
am 18.02.2021.

Dabei würden die Personaldienstleister derzeit nicht nur durch die alles beherrsche Corona-Pandemie, sondern auch durch rechtliche, gesellschaftliche und politische Entwicklungen immer wieder aufs Neue erheblich herausgefordert.

Gleichzeitig, so machte Lazay in seinem Grußwort deutlich, gebe es aber bei allen berechtigen Sorgen auch Grund zum Optimismus: „Solch schwierige Situationen sind kein Neuland für die Zeitarbeitsbranche. Sie hat schon in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass es in wirtschaftlichen Krisenzeiten oftmals die Zeitarbeitskräfte sind, deren Jobs besonders bedroht sind. Aber es ist eben auch die Zeitarbeit, die nach der Krise als erstes wieder aufsteht und schnell von der wirtschaftlichen Erholung profitiert.“

Lazay sei sich dabei sicher, dass es durch die Pandemie zu Entwicklungen komme, die den Arbeitsmarkt fortan dauerhaft prägen werden. So sei davon auszugehen, dass die „durch die Corona-Krise rasant forcierte örtliche und zeitliche Flexibilisierung der Arbeit auch über die Zeit der Pandemie hinaus Bestand haben wird.“

 

Der Arbeitsmarkt im Wandel

Wie sich Personaldienstleister insbesondere in Bezug auf Veränderungs-
prozesse krisenfest aufstellen sollten, erläuterte Florian Körber, Geschäftsführer tutum Gmbh, in seinem Vortrag „Anschluss nicht verpassen: Personaldienstleistung 2021″.

Dabei zeigte er mit der demografischen, der gesellschaftlichen und der technischen sowie ökonomischen Entwicklung drei Megatrends auf, die auch für die Arbeit von Zeitarbeitsunternehmen von großer Bedeutung seien.

Mit Blick auf die demografische Entwicklung machte Körber deutlich, dass im Jahr 2035 die Zahl der Bevölkerung im Erwerbsalter in Deutschland um vier bis sechs Millionen sinken werde. Daher „wird der Teich, in dem die Unternehmen fischen, kleiner. Dadurch steigen die Kosten und der Kampf um Talente wird immer härter.“ Somit würden auch die Probleme für die Kunden der Zeitarbeits-
unternehmen steigen, die dadurch künftig gefragter denn je sein würden.

Die gesellschaftliche Entwicklung werde hingegen dazu führen, dass die Selbstverwirklichung der Mitarbeiter weiter an Bedeutung gewinnen werde. „Autorität“, erläuterte Körber, „wird durch gemeinsame Ideale ersetzt und Mitarbeiter entwickeln sich dadurch zu Mit-Unternehmern“.

Schließlich werde die Arbeit der Zeitarbeitsunternehmen in den kommenden Jahren massiv durch „den digitalen Strudel beeinflusst. Auch bei Personaldienstleistern werden Künstliche Intelligenz oder Automatisierung eine immer größere Rolle spielen, ob Sie wollen oder nicht.“  Daher sollte der digitale Wandel nicht als Feind, sondern als Helfer angesehen werden.

 

Weitere Referenten der digitalen Veranstaltung machten deutlich, dass es von erheblicher Bedeutung sei, das Wissen aus Krisen bei der Bewältigung künftiger Krisen in Verbindung mit dem notwendigen Maß an Zuversicht einzusetzen und Krisen als Chance zu begreifen. Zudem sollten Unternehmer das eigene Geschäftsmodell sowie den Grad der Digitalisierung in ihrem Unternehmen hinterfragen, um notwendige Veränderungen voranzutreiben.

Quelle: BAP